Einhell CE CP 18/180 im Test

Die technischen Daten klingen schon mal sehr attraktiv: 18 V Brushless Motor, ein breites Drehzahlband von 500 bis 3000 UpM und das alles bei nur 1,6 kg Gewicht. Werkzeugaufnahme ist Standard M14.

Normal beginnen wir immer mit dem Transportkoffer, -kiste oder -tasche. Nur bei dem CE-CP gibt es sowas nicht. Man bekommt nur das nackte Gerät + Zubehör in einem Karton geliefert.

Da die Maschine Bestandteil des Akkusystems von Einhell ist, gibt es sie nur Solo. Heißt: Akkus und Ladegerät müssen, falls nicht schon genügend vorhanden, separat gekauft werden. Im Grunde ne gute und im System betrachtet kostengünstigere Lösung, als bei jedem Gerät Akku und Lader beizulegen.

Einhell CE CP 18/180 Akku und Ladegerät

Aus dem Karton befreit gab es auch schon den ersten dicken Minuspunkt. Auch wenn die Maschine aus lackiertem Aluminium und Kunststoff besteht, triefte sie förmlich vor Korrosionsschutzöl mit Abtropfen. Sowas muss wirklich nicht sein.

Einhell CE CP 18/180 im Test
Einhell CE CP 18/180 im Test

Lieferumfang


Die Bedienungsanleitung kommt überraschend ausführlich und bebildert daher. So sind auch Einsteigern die ersten Polierarbeiten, alleine aufgrund der Anleitung ohne Probleme möglich.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Zubehör, von dem Preis angepasster Qualität ist reichlich vorhanden. Drei Schleifscheiben für Holz (Den Sinn lassen wir mal dahingestellt), eine Lammfellpolierhaube, ein weicher Polierpad und ein Zusatzhandgriff gehören ab Werk dazu.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Die Polieraufsätze sind Mittelmaß, und reichen im Grunde für den Einstieg. Die Lammfellhaube hat einen Kragen, welcher über den Polierteller reicht um im Einsatz einen Kontakt vom Teller mit der zu polierenden Fläche zu verhindern.

Der Polierpad aus Schaumstoff ist eher weich und hat auch keine abgerundete Kante. Dafür hält der Klett gut und wer sich tiefer mit der Thematik befasst, besorgt sich früher oder später sowieso auf den Einsatz zugeschnittene Polieraufsätze.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Der Polierteller ist dagegen eher untere Mittelklasse. Er verfügt zwar über ein Gewinde aus Stahl, aber das Grundmaterial ist nur einfaches ABS und kein faserverstärkter Kunststoff.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Auch ist der Klettbelag kein eines Stück, sondern sich leicht überlappende Bahnen. Naja nicht schön, aber auf den Teller kommen wir im Fazit eh noch mal zu sprechen.

Einhell CE CP 18/180 im Test
Einhell CE CP 18/180 im Test

Gefallen hat uns wiederum der Akku. Sauber gearbeitet, kompakt und mit dreistufiger Ladezustandsanzeige.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Auch bei dem Ladegerät wurde mitgedacht und auf der Unterseite befinden sich Aufnahmen um dieses an eine Wand hängen zu können.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Die Verarbeitung


An der Verarbeitung des Einhell CE-CP 18/180 LI E gibt es nichts auszusetzen. Das Gehäuse ist sauber gefertigt, es gibt keine Grate und auch die Weichgummizonen sind einwandfrei in das restliche Gehäuse integriert. Auch am Alugetriebekopf gibt es keine Beanstandungen.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Wer es nicht weiß, sieht es sofort. In dem Einhell werkelt ein bürstenloser Motor.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Um das Innere frei von Staub und Dreck zu halten, sind die hinteren Kühlöffnungen mit einem feinen Gitter geschützt.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Am Heck wird auch der Akku angebracht und ist einfach zu wechseln.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Klar irgendwo muss er hin, aber so kneift er doch ab und an mal in den Arm. Kein großer Kritikpunkt, wir wollten es aber angesprochen haben. Denn wir testen genau, ausführlich und absolut objektiv.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Ansonsten ist die Gehäuseform eine reine Freude und liegt extrem gut in der Hand.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Dank des geringen Gewichtes kann der Einhell CE-CP 18/180 LI E auch an engen Stellen problemlos einhändig genutzt werden.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Hier die Unterseite des Gerätes, ebenso griffig gummiert und vorne die M14 Gewindeaufnahme. Dank dieser Einheitsgröße hat man Zugriff auf ein riesiges Sortiment an Tellern.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Der Tellerwechsel ist dank oben angebrachter Spindelblockierung auch einfach in der Handhabung und es ist kein Werkzeug notwendig.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Wir waren mal neugierig. An Fett hat Einhell bei dem CE-CP wirklich nicht gegeizt. Fast schon etwas viel, aber Ritzel und Tellerrad des Kegelradgetriebes sind sauber gearbeitet und scheinen gefräst und nicht gesintert zu sein.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Die Bedienung


Bei der Bedienung der Maschine geht Einhell einen völlig anderen Weg, wie andere Hersteller. Es gibt keinen echten Schalter und auch kein Drehrad für die Drehzahlvorwahl.

Ein- und ausgeschaltet wir die Maschine über einen kleinen rein elektronischen Schiebeschalter und die Drehzahlreglung erfolgt über Tasten. Die eingestellte Drehzahl wird auf einem Display angezeigt, welches auch noch div. Fehlermeldungen ausgeben kann.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Hier eine Drehzahl von 1500 UpM.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Die Form der Bedienung muss man mögen. Im Grunde einfach, aber nicht absolut intuitiv und wenn sich mal ein Lappen oder was auch immer im Teller verfängt, im Schreckmoment die Maschine auszuschalten ist etwas schwer. Aber das ist rein subjektiv. Vielen Anwendern wird die Bedienung sicherlich gut gefallen. Modern ist sie auf jeden Fall.

Sowohl das Gehäuse, ….

Einhell CE CP 18/180 im Test

… als auch der Zusatzgriff sind so geformt, dass sich die Maschine mit angesetztem Polierteller darauf ablegen lässt. Sehr praktisch.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Fragt man Einhell, soll die Maschine mit angebrachtem Griff benutzt werden.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Persönlich hat uns aber die Variante ohne Griff besser gefallen, weil so spielt die CE-CP ihre Kompaktheit auch richtig aus und man ist sehr nahe am Geschehen.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Je nach Oberfläche geht auch einhändig sehr gut. Die Gehäuseform lässt es auf jeden Fall zu.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Der Praxistest


Zur Funktionsweise eines Rotationspolierers haben wir ja schon im vorherigen Test etwas geschrieben (Habt Ihr doch hoffentlich schon gelesen), daher kommen wir nun auch schon direkt zum Praxistest.

Hier war wieder ein Teilstück unseres VW T2 Bleches welches schon einiges hinter sich hat auf Vordermann zu bringen. Verwendet wurde wieder die Profipolitur SpeedCut von Festool:

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Einhell CE CP 18/180 im Test

Dabei zeigte sich wieder, dass die Maschine nicht nur extrem bequem in der Hand liegt. Dazu bringt der sehr leise Antrieb und die so gut wie nicht vorhandenen Vibrationen ein sehr entspanntes Arbeiten mit sich. Auch bremst der Teller recht schnell ab und so lässt sich die Maschine zügig ablegen ohne lange auf ein Auslaufen warten zu müssen.

Noch kurze Theorie. Anders als beim Schleifen, sollte, bzw. muss bei Polierarbeiten schon etwas Druck ausgeübt werden.

So als Pi mal Daumen Regel kann man sagen, etwas um die 10 kg, wenn schnell etwas herauspoliert werden soll und im Normalfall so um die 3-5 kg.

Und da haben wir auch schon ein Problem. Welches unserer Meinung zum Großteil an dem nicht zur Maschine passenden Polierteller liegt. Mit seinen 180 mm ist er einfach viel zu groß für die Leistung der CE-CP. Die Maschine schafft es nicht, den Teller auch nur bei leichtem Druck von ca. 4 kg ohne deutliche Drehzahleinbrüche bis hin zu oftmaligem Abschalten mit Fehlermeldung E1 in Bewegung zu halten.

Einhell CE CP 18/180 im Test

Bereits nach ca. 2 Minuten war die Maschine im Griffbereich (dort sitzt die Elektronik) so heiß, dass sie mit einer Fehlermeldung abschaltete und die Akkuladung von 2,5 Ah reichte nicht aus, um die Testfläche von nur 280 x 200 komplett aufzuarbeiten.

Aufgrund des leeren Akkus und der wirklich heißen Maschine haben wir den Test dann abgebrochen. Die erzielte Oberfläche des wirklich ramponierten Lackes ist zwar deutlich besser wie vorher, aber es fehlten doch noch gut zwei Durchgänge um wirklich ein gutes Ergebnis zu erlangen.

Einhell CE CP 18/180 im Test
Einhell CE CP 18/180 im Test
Einhell CE CP 18/180 im Test

Und damit gehen wir direkt über zum ...

Fazit


Ist die Maschine wegen des wirklich schlecht ausgefallenen Praxistestes jetzt nicht brauchbar? Wir denken nein. Warum?

Ganz einfach: Die Maschine ist von der Gehäuseform, der Technik und der Verarbeitung für das Geld wirklich gut und wer schon Maschinen und natürlich Akkus aus dem Einhell Programm besitzt macht mit der CE-CP 18/180 LI E nicht wirklich was falsch, wenn er folgendes noch in Erwägung zieht.

Unserer Meinung nach, sollte der Anwender zwangsläufig die Maschine zu einer CE-CP 18/150 oder besser noch 18/125 „umbauen“. Heißt. 180 mm Teller ab ins Regal und dafür einen guten mit 150 oder 125 mm montieren. Mit einem kleineren Teller tut sich die Maschine dann deutlich (!) leichter und spielt auch ihre kompakte Größe und das geringe Gewicht von 1,6 kg voll aus.

Dann hat man eine wirklich gute und kompakte Akku Poliermaschine. Was sich Einhell mit solch einem riesen Teller, der eher bei Netzmaschinen mit 1000W und mehr zu finden ist, gedacht hat, ist ein Rätsel. Eine 18V Maschine mit einreihigem Akku, kann das einfach nicht leisten, den großen Teller mit genügend Kraft zu befeuern.